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Kathja Schuler Glasperlenmacherin
          ©  Perlenträume, Reinhold-Maier-Str. 31, 88299 Leutkirch
Geschichte und Glasherstellung Seit etwa 4400 v. Chr. schmückten sich Ägypter wie Vorderorientalen mit grün-blau glasierten Perlen aus Steatit (Speckstein) und seit etwa 4000 v. Chr. mit grün-blau glasierten Perlen aus ägyptischer Fayence/Quarzkeramik. Aber es sollten noch ca. zwei Jahrtausende vergehen,  bis die Ägypter unter Verwendung der bekannten Rohstoffe der Quarzkeramik an der Schwelle der Erfindung des Glasmachens standen. Neben Ägypten liegen die Ursprünge der Glasherstellung in Mesopotamien, also dem Zweistromland; es bezeichnet die Kulturlandschaft Vorderasiens, die durch die großen Flusssysteme des Euphrat und Tigris geprägt sind. Seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. wurde dort Glas geschmolzen und verarbeitet. In Amarna, dem späteren Fundort der Nofretete wurden erste Perlen über einen Draht mit heißem Glas gewickelt und modelliert, ebenso Ohrstecker, Anhänger oder Amulette. Das frühe Glas war transparent und wies je nach Verunreinigung der Ausgangsstoffe durch Metalloxide einen bläulichen, grünlichen oder gelblichen Farbstich auf. Durch Zugabe eines hohen Kupferoxidanteils entstand „Ägyptisch-Blau“, das zerpulvert als Malfarbe diente. Diese synthetische Farbe hüllt die hohe Krone der Nofretete in strahlendes Blau. Die Färbung der Glasmasse war zwar schon seit der Antike bekannt, entwickelte sich aber über Jahrhunderte weiter. Metalle oder metallische Verbindungen, oft Oxide, Sulfide, Selinide, Chromate, Nitrate u.a., die mit dem Gemenge geschmolzen werden, färben die Masse ein. Farbloses Glas blieb lange ein Zufallsprodukt, das von der Zusammensetzung und Reinheit der Rohstoffe abhing. Die Venezianer kannten bereits die Rezeptur für farbloses Glas, hüteten aber ihr Geheimnis streng. Es ist überliefert, dass die Glasmacher auf Murano deshalb die Insel nicht verlassen durften. Im Gegenzug aber soll es ihnen als einziger Zunft erlaubt gewesen sein, eine Adlige zu heiraten (sollten sie eine Prinzessin mit ihrer Kunst bezirzt haben). Glasperlen waren über viele Jahrhunderte wegen ihres mühsamen Verfahrens der Herstellung sowie wegen ihrer Farbenpracht kostbare Luxusgegenstände, sie waren nicht nur Schmuck, sie waren - da klein, handlich und beliebt -  ebenso Handelsgut, Zahlungsmittel und Währung. Im 11. Jahrhundert breitete sich die Kunst der Perlenherstellung nach Frankreich, Österreich, Nordböhmen und Deutschland aus. In waldreichen Gegenden entstanden die ersten Glashütten. Es war charakteristisch für diese Hütten – so das Informationsblatt der ELIAS Glashütte Lauscha in Thüringen –, dass ihre Öfen durchschnittlich nur für drei Monate betrieben wurden. Nach Abholzung der in der Nähe wachsenden Bäume suchten die Glasmacher einen neuen Werkplatz. In Thüringen wurde zum ersten Mal farbloses Glas um 1630 in der Glashütte von Tambach geschmolzen. In den folgenden Jahrhunderten entfaltete sich das Handwerk der Glasmacher zu voller Blüte. Die Glasmacher stellten Butzenscheiben, Tafelglas, Vorratsflaschen und Apothekengläser her. Die Fertigung von technischem Glas wie Reagenzgläsern, Thermometern, Barometern, Ampullen beschleunigte die Entwicklung der Naturwissenschaften enorm. Einfaches Gebrauchsglas unterschied sich kaum voneinander und lokal bedingte Eigenheiten fielen – auch wegen der Mobilität der Glasmacher – weitgehend fort. Im 18. Jahrhundert durchdrangen sich höfische und bürgerliche Tischbräuche. Gläser waren bald die beliebtesten Trinkgefäße und wurden in großem Umfang hergestellt. Glas konnte zunehmend von jedermann erworben werden, erst aufwendige Dekore machten ein Glas besonders wertvoll. Lauscha wurde zu einer Hochburg der Perlenproduktion. Zur Schmuckherstellung verkaufte die Glashütte Lauscha bereits seit 1781 bunte Glasperlen nach Holland, England und Amerika, nach St. Petersburg und nach Ostindien und China. Die Produktion von Hohlglasperlen hatte für Lauscha eine goße Bedeutung. Mit Hilfe dieser Handwerkskunst kam in Lauscha Mitte es 19. Jahrhunderts der gläserne Christbaumschmuck auf. (Siehe hierzu auch den Roman “Die Glasbläserin” von Petra Durst-Benning.) Die Glasgestaltung vor der “Lampe” (Perlenbrenner) nahm nach und nach einen solchen Umfang ein, dass es schon um 1900 in Lauscha kaum noch ein Haus gab, in dem nicht Glas geblasen wurde. Für die Glasherstellung braucht es drei Grundkomponenten: zu 65-70% Quarzsand (Siliziumdioxid), dem eigentlichen glasbildenden Stoff, zu 10-20% Kalk oder gebrannter Tuffstein (als Härtungsmittel) und ebenfalls zu 10-20% Pottasche (als Flussmittel), die die Hüttenleute selbst zubereiteten. Die Rohstoffe werden meist mehlfein gemahlen und gemischt, dann ca. über 15 Stunden in einem feuerfesten Keramikgefäß, dem sogenannten “Hafen”, bei 1200-1600 °C geschmolzen. Die oft grünliche Farbe der Glasmasse (Thüringer Waldglas) entstand dort durch den natürlichen Eisendioxidgehalt des Sandes. Durch Zugabe von Eisenoxid entstehen gelb, grün und braun, Kupferoxid färbte das Glas grün, blau und türtkisfarben, Kobaltoxid färbte dunkelblau und violett, durch Zugabe von Chrom entstehen gelb, grün und blau, durch Silber gelb, und durch Zugabe von Gold rot und pink. Bis heute hat jede Glashütte ihre ganz eigenen, streng gehüteten “Farbglasrezepte”. siehe auch unsere Seite zur Symbolik der Perle